Eine Holzterrasse bauen

Wir melden uns auch mal wieder zu Wort. Irgendwie mag es mir nicht gelingen, hier immer aktuell über Neuigkeiten zu berichten. Die Arbeit und der Garten fordern momentan sehr viel Zeit ein. Unser Sommerurlaub liegt auch schon hinter uns und wir konnten auf Rhodos mal Haus und Garten vergessen (wenn man das denn als halbwegs frische Hausbesitzer überhaupt kann). Wieder Zuhause gingen wir aber gleich das nächste größere Projekt an: unsere geplante Holzterrasse.

Wir haben es ja nun auch hinbekommen, Pflasterflächen anzulegen und Wege zu bauen, da wird ja so eine Holzterrasse auch nicht schwieriger sein – dachten wir. Und das ist es auch nicht. Wir können nur jeden ermutigen, sich an dieses Projekt selbst heran zu trauen. Zuvor sollte man sich nur ein paar Gedanken zu Form, Holzart, Pflegeaufwand und ggf. Beleuchtungsakzenten machen und das mit seiner besseren Hälfte konstruktiv besprechen. 😉 Wie unsere Überlegungen ausgefallen sind, schildere ich euch mal – weniger witzig als sonst, aber dafür höchst informativ :D.

Im letzten Beitrag konnte schon die Einfassung der Holzterrasse angesehen werden. Wir wollten sie eine Stufenhöhe unter der großen Terrasse bauen, sodass wir fast auf Rasenniveau ankommen. Wir mögen es, wenn nicht alles auf einer Höhe ist. Die weitere Einfassung sollte wieder mit dem schon häufig verbauten Granitkleinsteinpflaster 9/11 erfolgen, damit es eine Einheit ergibt. Wir haben diese Einfassung aber nicht vor dem Bau der Terrasse hergestellt, da wir so die verschraubten Bretter an den Außenkanten gleichmäßig in einem Zug absägen konnten. So war sichergestellt, dass ein Brett nicht zwei Millimeter länger oder kürzer ist als das andere.

Die Frage, die über allem schwebt, ist natürlich die Holzauswahl. Wir möchten lange Freude an unserer Terrasse haben und sie nicht schon nach fünf Jahren erneuern müssen. Tropenholz kam aber dennoch für uns nicht in Frage. Trotz der vielen anerkannten Prüfsiegel kann man unserer Meinung nach nicht sicher sein, ob für das Holz nicht doch illegal Bäume abgeholzt wurden. Also müssen wir auf harte europäische Hölzer zurückgreifen. Ich liste euch mal die Hölzer mit ihren Vor- und Nachteilen auf, die für uns in der engeren Auswahl waren:

  • Eiche: hartes heimisches Laubholz (Dauerhaftigkeitsklasse 2), selbst unbehandelt sehr haltbar, hoher Abnutzungswiderstand, rustikale lebhafte Optik. Nachteile: Dielenlänge in der Regel kürzer als 3m
  • Thermoholz: heimische Laub- und Nadelhölzer, durch Hochtemperaturbehandlung nahezu unverrottbar (Dauerhaftigkeitsklasse 1), Konservierung ohne Chemikalien, äußerst resistent gegen Pilzbefall und Witterungseinflüsse. Nachteile: vor allem Thermoesche ist hochpreisig und Thermokiefer so gefragt, dass es derzeit zu Lieferengpässen kommt. Weiterhin ist das Holz durch die geringe Restfeuchte relativ spröde, sodass die Unterkonstruktion enger geplant werden und mit vermehrter Splitterbildung gerechnet werden muss.
  • Douglasie: heimisches Nadelholz, fest und elastisch, abwechslungsreiches Maserungs- und Astbild, preiswert. Nachteil: Dauerhaftigkeitsklasse 4, pflegeintensiv
  • sibirische Lärche: europäisches Nadelholz, relativ hartes Holz (Dauerhaftigkeitsklasse 3 – haltbarste Nadelholzart), dekorative Maserung und warmer Farbton, preiswert. Nachteil: nicht so dauerhaft wie Thermoholz.
  • WPC-Dielen: Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff, hohe Dauerhaftigkeit, sehr strapazierfähig und witterungsbeständig, geringe Rutschgefahr. Nachteile: die Dielen können bei hoher Sonneneinstrahlung ziemlich heiß werden, an Stoßkanten können sie sich während der Jahreszeiten stark verziehen, Optik hat wenig mit einer Holzterrasse zu tun.

Wir haben uns für Thermokiefer entschieden und die Bestellung beim Baustoffhändler aufgegeben. Allerdings rief der nach 10 Tagen an und verkündete uns, dass er all seine Möglichkeiten ausgeschöpft hat und derzeit einfach kein Thermokiefernholz mehr bekommen kann. Dieses Holz scheinen viele als super Ersatz zu Tropenholz verbauen zu wollen. Thermoesche wäre die Alternative dazu gewesen, für uns allerdings nicht im gesetzten Preisrahmen. So entschieden wir uns dann für die sibirische Lärche. Ich kann als Tipp nur mitgeben, dass man sich die Dielen und die Unterkonstruktionshölzer beim Baustoffhändler lieber selbst aussuchen sollte. Denn ansonsten bekommt man teilweise verdrehtes oder verbogenes Holz geliefert, was man zwar auch verwenden kann, aber sehr mühselig zu verbauen ist.

Wir haben also die vorgesehene Fläche mit Mineralgemisch aufgefüllt, verdichtet und Gehwegplatten als Unterbau mit einem Gefälle von 2% verlegt. Darauf kam ein Unkrautvlies und Splitt, um das Durchwachsen von Unkräutern zu vermeiden. Anschließend schraubten wir die Unterkonstruktionshölzer auf die Platten. Zwischen Platte und Kantholz haben wir ein Gummipad als Abstandshalter gelegt, damit das Holz bei Regen nicht auf der nassen Platte liegt. Als Abstand zwischen den jeweiligen Kanthölzern haben wir ca. 40cm gewählt. Da wir aber „Plattenreste“ genommen haben und damit auskommen wollten, sind manche Abstände mal kleiner und mal größer. So lang die Abstände aber nicht größer als 40cm sind, passt das alles. Auf die Unterkonstruktion schraubten wir nun mit Edelstahlschrauben die Terrassendielen, ebenfalls mit Abstandshaltern. Dieses Mal waren dies aber keine Gummipads, sondern kleine Plastikteile. So konnten wir einen Abstand zum Kantholz gewährleisten und hatten durch einen kleinen hochstehenden „Abstandsnippel“ auch immer den gleichen Abstand zwischen den einzelnen Dielen. Damit wir die Schrauben auch gleichmäßig und nicht als Schlangenlinien in die Dielen schrauben, haben wir uns an jedem Unterkonstruktionsholz eine Schnur gespannt, an der wir uns entlang arbeiteten. Geht bestimmt auch anders, für uns war es in dem Moment die beste Lösung. In die letzte Diele vor dem geplanten Rasen bohrten wir noch mit einer Lochkreissäge fünf Löcher für Einbauspots und befestigten den Trafo unter der vorletzten Diele. Nachdem die Spots eingesetzt waren und das letzte Brett festgeschraubt war, konnte der Bauherr die Ränder gleichmäßig absägen und am nächsten Tag die Einfassung aus den Granitsteinen herstellen. Nun muss die Terrasse nur noch mit einer Lasur behandelt und haltbar gemacht werden. Dies werden wir in den nächsten Tagen in Angriff nehmen. Hier ein paar Bauimpressionen:

Obwohl wir unsere Arbeiten an dem Tag ständig wegen Regens unterbrechen mussten, sind wir doch an einem Tag mit den Holzarbeiten fertig geworden. Uns gefällt es richtig gut. 🙂

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Pflaster- und Terrassenarbeiten

Weiter geht’s mit der Update-Reihe – mit Bilderflut. Heute erzähle ich euch, was wir in den vergangenen Wochen im Garten getan haben. Das „wir“ müsste ich eigentlich durch „der Bauherr“ ersetzen. Denn er hat einen solchen Ehrgeiz entwickelt, dass man ihn kaum bremsen kann. Sonntags entspannt auf der Terrasse sitzen und einen Kaffee trinken geht ganze 30 Minuten gut. In der Zeit hat er wieder etwas entdeckt, was selbst an einem Sonntag nicht liegen bleiben kann. Ich sehe es schon kommen: wenn der Garten irgendwann mal fertig sein sollte, fängt er vorn an, etwas raus zu reißen. Nur, um es dann wieder neu zu machen 😀

Zurück zum Thema. Im April hatten wir zwei Wochen Urlaub und nutzen die Zeit, zunächst das Carport zu streichen. Wir haben uns im örtlichen Holzhandel die gleiche Farbe besorgt, die wir auch schon für unsere Dachüberstände genommen hatten. Nur dass die Farbe dieses Mal der Farbe unserer Fenster entspricht. Das klappt sehr gut, wenn man die RAL Farbe seiner Fenster auch kennt… Zum Glück haben wir eine hervorragende Ordnung, durch die man schnell alles wieder findet… 😀 Wem unsere Fensterfarbe und damit auch die Carportfarbe gefällt, es ist die Farbe schiefergrau mit der Nummer 7015. Die Unterseiten des Carports sind bisher noch ungestrichen. Wir wollen sie auch weiß anstreichen, damit es unter dem Carport nicht so dunkel ist. Bisher scheitert es immer nur an der nicht vorhandenen weißen Farbe. Ich glaub, da müssen wir mal was dran ändern. Weiterlesen