Ereignisaufarbeitung

Mein lieber Herr Gesangverein! 😯 Schon wieder ist fast ein Monat seit dem letzten Post vergangen. Werte Leserschaft, wo ist die Zeit geblieben? Fühlt ihr euch auch manchmal wie der Hauptdarsteller im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“? Man ist unter der Woche so in seinem alltäglichen Trott und am Wochenende mit „Arbeiten rund um’s Haus“ beschäftigt, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit verfliegt. Eine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen: in 73 Tagen ist Weihnachten… (muss langsam mit dem Wunschzettelschreiben anfangen). Weiterlesen

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Styroporwoche

Wie bereits im letzten Beitrag angekündigt, haben wir uns in der vergangenen Woche damit beschäftigt, Styropor für die Fußbodenheizung zu verlegen. Leider konnten wir damit auch erst Mitte der Woche beginnen, da dann erst die Styroporlieferung bei uns ankam. Die Bauherrin hat sich extra Donnerstag einen Tag Urlaub genommen, um den Bauherren bei dieser Arbeit zu unterstützen. Da er beruflich schon mehr als einmal Styropor in Neubauten verlegt hat, sollte mich seine Aussage „Styropor verlegen ist der totale Sch***“ zunächst nicht verunsichern und ich machte mich hoch motiviert an die Arbeit. Morgens begrüßte uns erst mal ein großer Haufen des weißen Zeugs am Haus:

Leider gesellte sich auch das andere weiße Zeug zum Styropor hinzu – der Winter ist zum Leidwesen aller Bauherren doch noch bei uns angekommen 😦 Und so war es auch ziemlich kalt im Haus so ohne Heizung. Aber wenn man tüchtig arbeitet, wird’s ja nicht kalt 😉

Nachdem wir nun alle Pakete ins Haus getragen haben, erklärte mir mein lieber Mann, wie ich denn nun die Arbeiten richtig ausführe. Zunächst muss der Raum gefegt und von Putzresten auf dem Boden befreit werden, damit keine Wellen oder Hubbel das Verlegen stören. Als erstes werden die Ränder des Raumes mit Randdämmstreifen verkleidet, damit der Estrich später nicht zwischen oder unter das Styropor laufen kann. Dann kommt im OG eine Schicht 25mm-Styropor (im EG auf die 25mm zusätzlich eine Schicht mit 50mm) auf den Boden, der natürlich an allen Kabeln und Rohren ausgeschnitten werden muss, bevor dann eine Lage Rollmatten oben drauf kommt. Kabel- oder Rohrzwischenräume werden mit Perliten verfüllt. Da ich noch nie zuvor Styropor verlegt habe und auch immer alles richtig machen möchte, fragte ich nun ein paar Mal beim Experten (dem Bauherren) nach. Spätestens in diesem Augenblick wandelte sich die Baustelle zu einem Einsatz an der Front. Der Bericht könnte in etwa so lauten:

Frontbericht

Am heutigen Donnerstagmorgen rückte Oberbefehlshaber Florian W. (Bauherr) mit seiner Ein-Mann-Kampftruppe (Bauherrin) an die Front Hillerse vor, um entschlossen gegen das Styropor anzukämpfen. Während dieser den Marschbefehl an die Truppenteile gab (Arbeitsanweisungen), nahm er sich weiteren strategischen Kampfplanungen (ständig klingelte sein Telefon) an und war in ständigem Kontakt zu Außenposten oder anderen Truppenteilen (Bauhelfer), die zu einem späteren Zeitpunkt über den Nachbarort gegen die Styroporfront hinzugezogen werden sollten. Jede Abweichung von den vorgegebenen Marschrouten oder Einsatzbefehlen wurde sofort mit einem Disziplinarverfahren geahndet. 😀 😀

Nachdem ich ihn nach einiger Zeit dezent darauf hinwies, dass wir so nicht arbeiten können und doch schneller wären, wenn er mir als Laie helfen würde, normalisierte sich das Klima auf der Baustelle wieder 🙂 Wir haben am Donnerstag die beiden Kinderzimmer und das Schlafzimmer komplett ausgelegt und hatten unser Tagesziel erreicht. Freitag kamen dann wieder unsere lieben Helfer hinzu und so war abends Gäste-WC, Flur und Wohnzimmer ausgelegt. Samstag nahmen wir dann die restlichen Räume in Angriff, wobei der HWR sich als richtigen Ar***loch-Raum entpuppt hat. Durch die vielen Rohre und Kabel musste so viel zugeschnitten und gestückelt werden, dass wir kurz davor waren, eine Doku mit dem Titel „Bastelstunde vom Bau“ zu drehen. Aber viele Hände schaffen viel und so war auch dieser Raum irgendwann ausgelegt. Hier ein paar Eindrücke:

Am Donnerstag kam uns noch der Schornsteinfeger auf der Baustelle besuchen, um die Frage nach einem Druckwächter zu klären. Da aber unser Zuluftrohr ausreichend groß dimensioniert ist, können wir nach seiner Aussage darauf verzichten. Er brachte uns aber nebenbei auf die Idee, einen Übergangsofen zu besorgen und erstmal damit zu heizen. Am Donnerstag waren die Temperaturen im Haus noch auszuhalten, aber es kühlte sich weiter ab, sodass wir diesen Vorschlag in die Tat umsetzen wollten. Schnell brachten wir in Erfahrung, dass das Kaminstudio, wo wir unseren Kamin kaufen werden, an Kunden kostenfrei alte Öfen verleiht. Es hat zwar einiges an Zeit gekostet, aber seit Freitagabend steht nun dieser Übergangsofen im Wohnzimmer und hält das Haus so warm, dass man noch gut arbeiten kann. Natürlich ist es nicht kuschelig warm im Haus, aber es macht ein Arbeiten im Haus bei diesen Außentemperaturen überhaupt erst möglich.

In den nächsten Tagen wird dann das Rohr für die Fußbodenheizung verlegt und dann kann der Estrich kommen – vorausgesetzt der Winter verzieht sich schnell wieder. Ansonsten haben wir bald Stillstand auf der Baustelle.

Fragen über Fragen

Der Baubeginn steht kurz bevor und es gibt so viele Dinge, mit denen wir uns entweder gedanklich auseinander setzen oder physisch ausführend kümmern müssen. Damit ich nicht allzu viel vergesse in meiner Berichterstattung, schreibe ich das Wichtigste hier einmal kurz zusammen.

Am Wochenende habe ich mich im Internet nach Wandverblendern für Innen umgeschaut, da ich hinter dem Kamin im Wohnzimmer die Wand gern mit eben diesen verkleidet hätte. Nach ein paar Anbietervergleichen und dem Blick in zwei Baumärkte kann ich sagen, dass wir hier mit einem Preis von ca. 35,00 Euro pro Quadratmeter rechnen können. Die Fläche hinter dem Kamin soll in der Größe 2,00 x 2,50m verkleidet werden, also 5m². Materialpreis würde ich jetzt inkl. aller weiteren dafür nötigen Materialien auf 300,00 Euro schätzen. Mal sehen.

Wo wir schon bei der Wand hinter dem Kamin sind, können wir mit dem auch gleich weitermachen. Wir waren bei unserem örtlichen Herrn der Kamine und haben uns beraten lassen. Kurz haben wir daran gedacht, einen wasserführenden Kamin einbauen zu lassen, um die Wärme auch für die anderen Räume nutzbar zu machen. Allerdings wäre hierfür ein noch größerer Speicher der Heizung notwendig gewesen. Kosten-Nutzen stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis. Außerdem gibt es auch bei einem möglichen Stromausfall Probleme mit der Kühlung bzw. Abführung der Wärme des Kamins, was nicht ganz ungefährlich ist. Also Idee verworfen. Da ein Gedanke auch unserer Heizungsanlage gehört derzeit (Lüftungsanlage ja oder nein), müssen wir den Kaminkauf auch von dieser abhängig machen. Sollten wir eine Lüftungsanlage einbauen lassen wollen, muss der Kamin raumluftunabhängig sein, da ansonsten unter Umständen die Abgase durch einen entstehenden Unterdruck nicht durch das Kaminrohr nach außen transportiert sondern in den Wohnraum gesogen werden könnten. Eine solche Ausstattung macht natürlich auch wieder einen Mehrpreis am Kamin aus. Zwei Modelle sind in die engere Wahl gekommen. Dieser oder der hier. Wir sollten uns allerdings auch bald entscheiden, damit gleich bei der Bodenplatte die Löcher an der richtigen Stelle vorgesehen werden können. Es geht natürlich auch im Nachhinein, aber dann kann es sein, dass wir unschöne Verlängerungsrohre im Blickfeld haben. Preisvorstellung wurde selbstverständlich wieder nicht eingehalten *hust*

Kurze Anmerkung meinerseits: über solche Sachen macht man sich wahrscheinlich nur Gedanken, wenn man Bauherr ist. Was es alles zu bedenken gibt. Meine Vorstellung, Kamin aussuchen und gut, war wohl nicht ganz treffend…

Und dann die Heizungsanlage. Bauen wir eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mit ein oder nicht? Schwierige Frage. Der Bauherr versucht gerade, die zusätzlichen Kosten dafür auszumachen. Wir haben zwei Möglichkeiten, zwischen denen wir wählen können: Brennwerttherme und Lüftungsanlage getrennt voneinander oder in einem Gerät. Da neben dem Kostenfaktor auch die Pflege und Wartung dieser Anlage entscheidend ist, müssen wir Pro und Contra vergleichen und uns dann entscheiden. Preise haben wir auch noch keine, brauchen wir aber für unsere Pro- und Contraliste. Ich werde hierzu weiter berichten. Und wenn wir uns dann mal entschieden haben, werde ich unsere Heizungsanlage in einem gesonderten Artikel mal genauer vorstellen.

Auch die Telekom weiß nun von unserem Bauvorhaben und wird uns in den nächsten 10 – 14 Tagen Unterlagen für die Beantragung einer Telefonleitung zuschicken. Nach Aussage der netten Dame am anderen Ende der Bauherrenhotline sind wir damit noch nicht zu spät dran, obwohl auf der Internetseite darum gebeten wird, Anträge möglichst mindestens 12 Wochen vor Baubeginn einzureichen. Wollen wir ihr mal glauben. Aber wie die eigene Erfahrung als Bestandskunde der Telekom und die anderer Bauherren im Bezug auf einen Neuanschluss zeigen, gehe ich hier mal noch von einigen Problemen aus, die auf uns zukommen werden. Auch hier werde ich weiter auf dem Laufenden halten. Gas- und Wasseranschlüsse müssen auch beantragt werden. Der Versuch, selbst die dafür nötigen Unterlagen vom ansässigen Energieversorger zu beschaffen, gelangen natürlich nicht. Anruf vom Bauträger und es klappt. Zumindest die telefonische Zusage über die Zusendung der Unterlagen.

Und nebenbei umtreibt uns die Frage, ob wir unseren Spitzboden ausbauen sollen, um einen zusätzlichen Raum z. B. für ein Arbeitszimmer zur Verfügung zu haben. Die Frage der Machbarkeit ging auch gleich an unseren geduldigen Bauträger, der hoffentlich nicht langsam etwas genervt von unseren häufiger werdenden Änderungswünschen ist. Die Zeichnerin hat auch gleich mal einen möglichen Ausbau skizziert und die Treppe eingezeichnet – und hier liegt das Problem. Sie befände ich in unserem Schlafzimmer, weil der Flur wohl nicht groß genug für eine kleine Treppe nach oben wäre. Das gefällt mir garnicht. Ich also wieder ne Mail an den Bauträger geschrieben, wie schwierig und aufwändig eine kleine Grundrissveränderung im EG wäre. Man bedenke, wir stehen kurz vor Baubeginn und Bodenplattenherstellung. Ich kann mir die Antwort fast denken, aber fragen kostet ja bekanntlich nichts… Ich denke, wir sollten uns für das Projekt Arbeitszimmer weitere Alternativen überlegen.

Achja, vom Finanzamt gibt es auch noch etwas zu berichten. Die Grunderwerbssteuer wurde vor 2,5 Wochen von uns überwiesen, damit der Notar den Bescheid über die Erfüllung der Fälligkeitsvoraussetzung (tolle Wörter, die man so lernt) erstellen kann. Die benötigen wir, damit wir unseren ersten Zahlungsabruf zum Darlehen einreichen können. Nach einem Anruf beim Notar weiß ich nun, dass da noch nichts eingegangen ist. Und das wohl auch noch ein paar Tage dauern kann. Ich hoffe, dass das alles noch rechtzeitig vor geplantem Baubeginn passiert, denn ohne bezahltes Grundstück kein Baubeginn. Wir warten weiter. Warten, eine der Disziplinen, in denen Bauherren Goldmedaillenanwärter sind.

Soviel zu den „paar Neuigkeiten“.